Schulversuche

alles>>könner

Die Schule Rellinger Straße ist beteiligt am Hamburger Schulversuch „alles>>könner“. Seit 2008 arbeiten wir mit 48 anderen Schulen zusammen an kompetenzorientierten Formen des Unterrichts und der Leistungsrückmeldung. Rückmeldungen, die die Weiterentwicklung des Kindes unterstützen und zur Weiterarbeit ermutigen, müssen an den Stärken der Kinder orientiert sein und ihre Unterschiedlichkeit berücksichtigen. Die umfangsreiche schriftliche Rückmeldung über das Zeugnis ist nur ein Teil davon. Tägliche Beobachtungen, regelmäßige persönliche Gespräche zwischen Kind und Lehrperson im Schulalltag sind wichtige Bausteine. Hinzu kommen schriftliche Formen der Leistungsdokumentation. Das beginnt mit der Planungsmappe ab Schuleintritt und setzt sich fort mit dem Logbuch. Die Kinder lernen damit von Beginn an, ihre Arbeit zu planen und zu überprüfen. Diese Unterlagen und ausgewählte Einzelergebnisse sind die Grundlage für das jährlich stattfindende Lernentwicklungsgespräch.

SECHSJÄHRIGE GRUNDSCHULE IN HAMBURG

Die Schule Rellinger Straße hat sich zudem mit dem Schulversuch „Sechsjährige Grundschule in Hamburg“ das längere gemeinsame Lernen auf die Fahne geschrieben. Insgesamt vier Hamburger Grundschulen nehmen nicht nur teil an diesem Schulversuch, der auf 10 Jahre angelegt ist, sondern bilden zudem eine Lerngemeinschaft zu einem wichtigen Bereich: der Inklusion. Unterstützt wird dies von der Schulakademie der Robert-Bosch-Stiftung, die auch jährlich den Deutschen Schulpreis an sechs ausgezeichnete Schulen in Deutschland vergibt. Die Teilnahme am Schulversuch ist freiwillig. Wer sein Kind an einer sechsjährigen Grundschule anmeldet, sollte dies in dem Bewusstsein tun, dass das Kind sechs Jahre an der Schule verbleibt. Es bleibt aber jedem Elternteil freigestellt, wie auch an allen anderen Hamburger Grundschulen, das Kind nach dem Jahrgang 4 auf eine weiterführende Schule wechseln zu lassen. Seit Einführung der sechsjährigen Grundschule steigt die Bleiberquote, d.h. immer mehr Eltern entscheiden sich für sechs Jahre Relli. Wer länger bleibt, hat es mit dem Wechsel auf eine weiterführende Schule entschieden entspannter als nach dem Jahrgang 4. Es gibt Kooperationsschulen, die einen Platz garantieren und auch an den anderen weiterführenden Schulen hat es bisher immer einen Platz im Jahrgang 7 gegeben. Dass das längere gemeinsame Lernen sich lohnt, ist nicht nur unser persönlicher Eindruck, das belegen auch die Ergebnisse der dritten Lernstandserhebung am Ende des Jahrgangs 4 und des Jahrgangs 6, die kürzlich bekannt gegeben wurden. Daraus hier ein paar Ergebnisse:

  • Untersucht wurden die Lernstände und Lernentwicklungen in Deutsch Leseverständnis und Orthografie, Mathematik, Englisch und Naturwissenschaften. Insgesamt sind die Lernstände gut und meist über dem Hamburger Durchschnitt, zum Teil sogar weit darüber. In allen Bereichen gibt es in den letzten drei Jahren einen Anstieg der Lernstände.
  • Überprüft wurden aber nicht nur die Lernleistungen, sondern auch die kognitiven Voraussetzungen – also die Potenziale, die die Kinder unabhängig von den messbaren Lernergebnissen mitbringen. Dabei hat sich herausgestellt, dass einige Kinder am Ende des Jahrgangs 4 noch recht unausgeglichene Leistungsprofile haben. Das heißt, dass sich die Entwicklung der Leistungsprofile zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollzogen hat. Ganz anders das Bild nach Ende Jahrgang 6. Das Leistungsprofil ist weitgehend ausgeglichen, die Potenziale wurden in den zwei Jahren enorm ausgeschöpft. Unausgeglichene Leistungsprofile wurden zu ausgeglichenen. Das ist die beste Bilanz, die man vom längeren gemeinsamen Lernen erwarten kann.
  • Auch die soziale Disparität – also der Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund und Lernerfolg – wurde nach Jahrgang 6 gemindert.
  • Besondere Lernzuwächse haben die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, so wie bisher in Hamburg noch nicht erkennbar.
  • Die Lernzuwächse sind unabhängig von den kognitiven Voraussetzungen, also alle Leistungsgruppen profitieren vom gemeinsamen längeren Lernen.
  • Wir entlassen die Kinder nach dem Jahrgang 6 mit einem hohen Zutrauen in ihre Kompetenzen. Neben diesen Erhebungen gibt es für die vier Schulversuchsschulen auch Unterrichtsbesuche von Experten, neben der ohnehin stattfindenden Schulinspektion. Damit soll die Unterrichtsqualität gemeinsam und angemessen auf jeden Standort weiter verbessert werden. Die Schulen setzen sich somit systematisch mit ihren guten Ergebnissen und ihren Schwächen auseinander. Es gibt nicht viele, aber jedes Jahr eine zunehmende Anzahl von Kindern, die noch für die Jahrgänge 5 und 6 an einer sechsjährige Grundschule angemeldet werden. Auch diese Kinder profitieren an diesen Schulen, zum Teil in besonderer Weise.

SchulLabor


Vier Hamburger Grundschulen bilden eine Arbeitsgemeinschaft in einem von der Robert-Bosch-Stiftung unterstützten „SchulLabor“.

Die beteiligten Schulen haben sich in ihrem gemeinsamen Leitbild ausdrücklich der Zukunftssicherung ihrer Schülerinnen und Schüler verpflichtet, unabhängig von Begabungen oder Behinderungen, kulturellen und familiären Hintergründen, Interessen und Neigungen. Die Qualitätskriterien des Deutschen Schulpreises bilden den Rahmen für die gemeinsame Orientierung zum Ausbau des inklusiven Lernens: Leistung – Umgang mit Vielfalt – Unterrichtsqualität – Verantwortung – Schulleben – Schule als lernende Organisation

Das Ziel ist, die Bedingungen für eine gelingende Inklusion mit der dazugehörigen Wertehaltung herauszuarbeiten und umzusetzen. Methoden einer inklusiven Lernkultur werden erprobt und evaluiert. Der Unterricht in den beteiligten Schulen wird unter dem Aspekt „inklusive Lernkultur“ betrachtet und ausgestaltet. Aus jeder Schule werden zwei Personen in die Steuergruppe entsandt, die das Projekt plant, reflektiert und dokumentiert unterstützt durch professionelle Moderation und Beratung.

Elemente des SchulLabors sind: Tagungen mit allen Kollegien, schulinterne und schulübergreifende Arbeitsgruppen, Workshops und Trainings und eine Dokumentation.